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Nietzsche und Beethoven
Illustrierte Zeittafel zum Thema




 



Friedrich Nietzsche

"Aber red ihn nicht an wie damals, mit >Nun, mein Jung', immer brav< und so weiter.  Erstens hört er dich nicht, und dann wär's wohl überhaupt gegen den humanistischen Geschmack."  Ich wollte gehen, aber er hielt mich auf, indem er mich bei meinem Nachnamen rief: "Zeitblom!", was ebenfalls sehr hart klang.  Und als ich mich umwandte:  "Ich habe gefunden", sagte er, "es soll nicht sein."  "Was, Adrian, soll nicht sein?" "Das Gute und Edle", antwortete er mir, "was man das Menschliche nennt, obwohl es gut ist und edel.  Um was die Menschen gekämpft, wofür sie Zwingburgen gestürmt, und was die Erfüllten jubelnd verkündigt haben, das soll nicht sein.  Es wird zurückgenommen.  Ich will es zurücknehmen."  "ich verstehe dich, Lieber, nicht ganz.  Was willst du zurücknehmen?" "Die Neunte Symphonie", erwiderte er.  Und dann kam nichts mehr, wie ich auch wartete." (Thomas Mann, Doktor Faustus).


 

Das obige Zitat aus Thomas Manns Roman führt sowohl mich als Sie zurück zu meinen Aussagen auf der Startseite dieses Projekts und in der kleinen Zusammenstellung meiner Zukunftspläne für diese Beethoven-Website, in der ich schrieb, dass ich beim Zusammenhang zwischen Musik und Literatur auch von Werken wie Thomas Manns Doktor Faustus ausgehe.  Ich denke, dass sich hier die beste Gelegenheit ergibt, darauf einzugehen.

Für diejenigen unter Ihnen, die noch keine Gelegenheit hatten, Manns Roman zu lesen, seien nur soviele äussere Handlungshinweise gegeben:  Mann schildert "Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn" (so der Untertitel seines Werks), dem er als Tondichter der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Erfindung des eigentlich auf Arnold Schönberg zurückgehenden Zwölftonsystems zugedenkt.  Während sein "Held" wohl die von ihm konzipierte faustische Konfrontation des modernen Menschen mit seinem Leben in der modernen Zeit bildlich veranschaulichen soll, trägt jener "Held" auch viele Charakter- und Schicksalszüge Nietzsches.  Manns Beschäftigung mit dem Thema der Musikentwicklung des 19. Jahrhunderts ist darin insofern eingebettet, als es ihm für die Entwicklung seines Faustkonzepts dienlich erscheint.  Während wir uns hier nun von einer weiteren Diskussion dieses Romans verabschieden sollten, wird auch uns Laien daraus doch klar werden, dass in der eigentlichen geistes- und musikgeschichtlichen Entwicklung des 19. Jahrhunderts viel geschehen sein musste, bevor Mann hier seinem Helden die Absicht, Beethovens Neunte Symphonie "zurückzunehmen" in den Mund legen konnte.

Hier wirft sich für mich in der Betrachtung des Themas Nietzsche und Beethoven in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob ich wohl auf der richtigen Fährte bin, in Nietzsche einen sehr lebendigen Teil dieser Entwicklung zu sehen.   Auf unserem Weg zu einer Antwort auf diese Frage möchte ich Ihnen erst einmal einige wichtige Stationen der kulturellen und geistesgeschichtlichen Entwicklung, die auf Beethoven und Nietzsche einen Einfluss haben konnten, in dieser Illustrierten Zeittafel skizzenhaft andeuten.

Hierbei bieten sich zwei zeitlich übereinstimmende Ansatzpunkte an: Die Wende zur Neuzeit vom literarisch-faustischen Gesichtspunkt her, dessen in neun Originaldokumenten belegbares historisches Original zu dieser Zeit (dem Übergang des 15. zum 16. Jahrhundert) lebte, während ja auch, und das wohl hier wichtiger und relevanter, die kopernikanische Zeitwende in diesen Zeitraum fällt, in deren Bannkreis ja sowohl Beethoven und auch teilweise Nietzsche noch lebten, obwohl dieser dann das Ende dieses Zeitalters mit Charles Darwins Entdeckungen erlebte und auch in seinem Schaffen davon beeinflusst wurde. Lassen Sie uns also die Stationen dieser Zeittafel in diese zwei Zeitwenden einbetten und betrachten wir uns gemeinsam, welche Einfluesse bis in Beethovens und Nietzsches Zeitalter wirkten!


Die kopernikanische Zeitenwende

Kopernikus

Kepler

 

Bruno

Galilei

"Kopernikus, Copernicus, Nikolaus, eigtl. N. Kopernigk, poln. Kopernik,   Astronom und Mathemathiker, * Thorn, 19.2.1473, gest. Frauenburg, 24.5.1543.  Nach dem frühen Tod des Vaters (1483) wurde die Ausbildung von K. durch dessen Onkel LUKAS WATZENRODE (1488-1512 Bischof des Ermlandes) überwacht.  1491-- 94 beschäftigte sich K. in Krakau mit munaist., mathemat. und astronom. Studien.  1496 bis 1503 hielt er sich in Italien auf, in Bologna und Padua hörte er Medizin und Rechtswissenschaft. 1503 erfolgte die jurist. Promotion in Ferrara.  Nach Frauenburg zurückgegehrt, wurde K. Sekretär und Leibarzt seines Onkels. 1510 übernahm er die Verwaltungsaufgaben eines Domherrn zu Frauenburg.

Die astronom. Forschung, deren Ergebnisse K. berühmt machte, betreib er stets als Privatmann. Entscheidende Anregungen hierzu erhielt er in Bologna durch den Regiomontanusschüler DOMENICO MARIA DI NOVARA [*1464, GEST. 1514], dessen Mitarbeiter K. zeitweilig war, undd durch das Studium der Werke von G. PEURBACH und J. REGIOMONTANUS. Eine erste astronom. Betrachtung (Verdeckung des Aldebaran durch den Mond ist für den 9.3.1497 belegt. Sein eigenes heliozentrisches Weltsystem [kopernikanisches Weltsystem] machte K. mit seiner Denkschrift .Commenariolus< . . . 1514 einem kleinen Kreise überwiegend kirchl. Würdenträger zugänglich. Bereits hier werden die entscheidenden Annahmen ausgesprochen, dass die Sonne den Mittelpunkt der kreisfrömigen Planetenbahnen bildet, und dass auch die Erde um sie kreist, die sich täglich um ihre Achse dreht und ihrerseits vom Mond umkreist wird.   Ausgangspunkt für K. bei der Schaffung seines neuen Weltsystems war die mangelnde Übereinstimmung des überlieferten geozentr. Weltsystems des C. PTOLEMÄUS mit den Beobachtungsdaten. An den physikal. Grundlagen dieses Systems - den aristotel. Forderungen nach Kreisförmigkeit der Bahnen und Gleichförmigkeit der Bewegungen - rüttelte K. nicht. Vielmehr sah er in der Verletzung der zweiten Forderung im ptolemäischen Weltsystem einen entscheidenen Nachteil desselben. Allerdings gelang es K. nicht, mit seinem System bessere Voraussagen zu gewinnen, . . . Erst die Einführung der Ellipsenbahnen durch J. KEPLER verhalfen dem heliozentr. Weltsystem zum Durchbruch.   . . . " (Quelle: Brockhaus in 24 Bänden, Brockhaus, Leipzig und Mannheim, 20. Auflage, 1996).

"Kepler, Johannes, Astronom und Mathematiker, *Weil (heute Weil der Stadt) 27.12.1571, gest. Regensturg, 15.11.1630. K., besuchte die Lateinschule in Leonberg. 1583 legte er das .Landesexamen< ab,  ...  besuchte die Klosterschulen in Adelberg (1584) und Maulbronn (1586) und kam 1589 an die Univ. Tübingen, um dort ev. Theologie zu studieren. Sein wichtigster Lehrer war der Mathematiker und Astronom MICHAEL MÄSTLIN, der ihn mit dem kopernikan. Weltbild vertraut machte. 1594 ging K. als >Lehrer der Mathematik und der Moral< an die ev. Stistsschule nach Graz. Zugleich wurde er Mathematiker der Landes-Reg. und erstellte in dieser Eigenschaft Kalender mit >Prognostica<.  1600 wurde K. mit seiner Familie im Zuge der Gegenreformation aus Graz vertrieben und siedelte nach Prag über, wo er Assistent von T. BRAHE, nach dessen Tod (1601) sein Nachfolger als kaiserl. Mathematiker Kaiser RUDOLFS II. wurde. 

Bei der Auswertung des ihm von BRAHE überlassenen Beobachtungsmaterials erkannte K., dass nur die Annahme einer Elipsenbahn für den Mars mit den Daten vereinbar war. Indem K. die Erfahrung in ihrem Ausgangswert über die Autoritäten und über die Bibel stellte, vollzog er eine für die neuzeitl. Naturwiss. entscheidende Wendung. In der Folgezeit beschäftigte sich K. intensiv mit der antiken Kegelschnittlehre (APPOLONIOS VON PERGE) und erkannte, dass sich die Parabel als Grenzfall von Ellipse und Hyberbel auffassen lässt. Er stellte auch als Erster Brennpunktsgleichungen für die Kegelschnitte auf. Seine Entdeckung des ersten und zweiten keplerschen Gesetzes teilte er 1609 in der >Astronomia nova< (>Neue Astronomie<) mit. ... Wichtig für die weitere Entwicklung der Physik war K's These (1621), eine von der Sonne ausgehende Kraft (lat. >vis<) verursachte die Planetenbewegung. Unter dem Eindruck zunehmender Repressionen nahm K. 1611 eine Anstellung als Mathematiker in Linz an.  K's wichtigster Beitrag zur Mathematik ist die >Nova sterometria doliorum vinariorum< (>Neue Stereometrie der Fsser<) (-keplersche Fassregel). Der Umgang mit dem Unendlichen, den K. hier vorführte, hat entscheidend zur Entstehung der modernen Infinitesimalrechnung beigetragen. ... Mit seiner Einleitung in das Rechnen mit Logarithmen (>Chilias logarithmorum<, 1624) trug K. zur Verbreitung der neuen Rechenart in Dtl. bei. Nachdem 1626 die Gegenreformation in Linz gesiegt hatte, verbrachte K. mehrere Jahre auf Reisen.  ... 1628 trat er als Mathematiker in die Dienste von A. VON WALLENSTEIN und liess sich in Sagan (Schlesien) nieder. K. starb auf einer Reise nach Linz in Regensburg." (Quelle: Brockhaus, 1996).

 "Bruno, Giordano, eigtl. Filippo B., ital. Philosoph, * Nola (bei Neapel) 1548, gest. Rom 17.2.1600; war seit 1563 Dominikaner in Neapel, entzog sich 1576 durch Flucht einer Anklage wegen Ketzerei, lehrte an versch. Univ. in Frankreich, England und Ttl., fiel 1592 in Italien in die Hände der Inquisition und wurde nach siebenjähriger Gefangenschaft verbrannt. B. behandelte im Anschluss an R. LULLUS das Gedchtnis und die Lehre von der Weltseele. Bedeutend sind seine in Helmstedt verfassten Lehrgedichte. Sein durch Fantasie und Belesenheit gespeistes Denken stand unter dem Einfluss des scholast. Aristotelismus, von KURKEZ, PLOTIN und NIKOLAUS VON KUES. Noch an das MA gebunden, trug B. doch im Rahmen des Neuplatonismus der Rennaissance ein von dichter. Anschauungskraft belebtes einheitl. Weltbild vor, das im Widerspruch zur herrschenden Lehre der kath. Kirche stand (Unendlichkeit des Universums wegen der Unendlichkeit Gottes als dessen Schöpfer; Hl. Geist als Weltseele; zykl. Prozess von Weltentstehung und Weltvergehen; Materia als Basis dieses Prozesses). B. vertrat das heliozentr. System des N. KOPERNIKUS und nahm an, dass die (unendlich vielen) FIxxsterne ihrerseits Zentren von anderen Planetensystemen seien. Entscheidende Konsequenzen hatte seine metaphys. Kosmologie für die Anthropologie (Mensch als Mikrokosmos, subjektiv-individuell erfahrene Gegenwart Gottes). Die Wirkung seiner Gedanken war weit reichend (J.G. HERDER, GOETHE, F.H. HACOBI, F.S. SCHELLING, u.a.) G.W. LEIBNIZ übernahm von ihm den Begriff der Monade." (Quelle: Brockhaus, 1996)

 Galilei, Galileo, ital. Mathematiker, Physiker und Philosoph, * Pisa 15.2. 1564, gest. Arcetri (heute zu Florenz) 8.1.1642; studierte 1581 - 85 in Pisa, wurde an der Florentiner Accademia del Disegno mit den Schriften des ARHCIMEDES bekannt und baute daraufhin 1586 eine hydrostat. Waage; 1589 erhielt er die Professur fr Mathematik in Pisa. ... Der besseren Bezahlung halber übernahm G. 1592 die Professur der Mathematik in Padua. Er erfand dort einen Proportionalzirkel, richtete sich in seinem Haus eine feinmechan. Werkstatt ein, fand die Gesetze für das Fadenpendel und leitete in reinen Gedankenexperimenten die Fallgesetze her; zur Bestätigung seiner Theorie entwickelte er die Fallrinne. G. baute das ein Jahr früher in Holland erfundene Fernrohr nach, benutzte es zu astronom. Beobachtungen und veröffentlichte deren erste Ergebnisse 1610 in seinem >Sidereus nuncius<, der >Sternenbotschaft<. ...  Diese Beobachtungen widersprachen z.T. dem damaligen, an der aristotel. Lehre ausgrichteten Weltbild.  Erst seit 1610 trat G. öffentlich für das heliozentrische Weltsystem des N. KOPERNIKUS ein. 1613 entwickelte er ... seine Vorstellungen über das Verhältnis der Bibel zur Naturerkenntnis und u.a. zum heliozentr. Systems, die eine Neuinterpretation der Hl. Schrift erforderten. Dies führte zu einer ersten Auseinandersetzung mit der röm. Kirche, die 1616 mit dem Verbot dieser Lehre durch den Papst antwortete. ...  1618 ... verfasste er ... den >Saggiatore< (>Prüfer mit der Goldwaage<, 1623), eine Schrift, die Papst URBAN VIII. gewidmet war. Da dieser als Kardinal ihm wohlgeneigt gewesen war, glaubte G. ihn für die Anerkennung der kopernikan. Lehre gewinnen zu können. Er verfasste seinen >Dialog über die beiden hauptsächlichen Welstsysteme<, das ptolemäische und das kopernikanische; ... das Buch wurde noch im selben Jahr auf kirchl. Befehl ...eingezogen. Da er seine Parteinahme für KOPERNIKUS zu deutlich gezeigt hatte, kam es zu einem Prozess gegen G., der mit seiner Abschwörung und Verurteilung am 22.6.1633 endete. G. wurde zu unbefristeter Haft verurteilt, die er mit kurzer Unterbrechung in seinem Landhaus zu Arcetri verbrachte. ... Im Rahmen einer Erklärung zur Beziehung von Religion und Wissenschaft, die Papst JOHANNES PAUL II. im Oktober 1992 vor der Päpstl. Akad. der Wissenschaften abgab, wurde die Verurteilung G's als ungerechtgertigt charakterisiert und G. von der kath. Kirche auch formell rehabilitiert.

G's Hauptleistung besteht in der neuen Auffassung von der Möglichkeit physikal. Erkenntnisse. An die Stelle der Frage nach dem >Warum< setzte er die Frage nach dem >Wie< eines Prozesses; denn nur so könne die menschl. Ratio mithilfe der Mathematik Einblick in den göttl. Schöpfungsplan gewinnen. G. begründete (wenn er auch Anreger hatte) - mit R. DESCARTES - ein neues Zeitalter der Wissenschaft, u.a. durch eine klare Methodenlehre (Mathematisierung der Natur); er war ein bedeutender philosph. Denker und zugleich ein guter Beobachter. Als glänzender Redner und Schriftsteller hat er einer sich anbahnenden neuen Naturwissenschaft und ihren Methoden unter den Gebildeten seiner Zeit Freunde und Gönner geworben und sie zu weiteren Forschungen angeregt." (Quelle: Brockhaus, 1996).

Wichtige Denker und Wissenschaftler, die  eine Brücke von der
kopernikanischen Zeitwende zur Aufklärung schlugen


Descartes

 Spinoza

 Hobbes

 Locke

Leibniz

 Newton

Hume

"Descartes, Rene, latinisiert Renatus Cartesius, frz. Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. *La Haye (heute La Haye-Descartes, Touraine) 31.3. 1596, gest. Stockholm 11.2. 1650. Aus altem Adelsgeschlecht stammend, wurde D. 1604 - 12 am damals renommierten Jesuitenkolleg in La Fleche in der scholast. Philosophie und Naturwissenschaft ausgebildet; danach Studium der Rechte in Poitiers (bis 1616), seit 1618 Kriegsdienst in den Armeen MORITZ' von Nassau und des Kurfürsten MAXIMILIAN von Bayern; seine mathemat. und physikal. Fragestellungen wurden wesentlich angeregt durch die Begegnung mit J. BLEKMANN (16818/19). Es folgten Reisen durch Europa und 1625 - 29 ein Aufenthalt in Paris. D. emigrierte 1629 nach Holland, widmete sich dort wiss. Studien, verfaste den größten Teil seiner mathemat., physikal., medixin. und metaphysisch-philosoph. Werke und pflegte Kontakte zu vielen Wissenschaftlern seiner Zeit, u.a. zu M. MERSENNE. Im Herbst 1649 folgte er einer Einladung der Königin CRHISTINA nach Stockholm, wo er vier Monate später verstarb.  ...   Die grundlegenden Begriffe der Erkenntnistheorie D's sind mathemat. und physikal. Herkunft. Das gilt sowohl für seinen Begriff der Wahrheit als reiner, durch Intuition gewonnener Evidenz und klarer, distinktiver Anschauung (unbezweifelbar wahr ist, was sich durch die Vernunft >clare et distincte< erkennen lässt) als auch für die fundamentale Unterscheidung zwischen zwei Substanzen, der >Res cogitans< und der >Res extensa< ... als unbezweifelbar gilt die Einsicht des >cogito, ergo sum<, die D. aufgrund eines vorhergegangenen >method. Zeifels< an allem gewinnt, was er vorher zu wissen glaubte.  ...  D. beeinflusste nicht nur die Vertreter des Cartesianismus (u.a. in der Medizin), sondern auch Philosophen wie J. Locke, G.W. Leibniz, B. de Spinoza, L. Wolff und I. Kant."  (Quelle:  Brockhaus, 1996). 

"Spinoza, Baruch de, lat. Benedictus de S., niederl. Philosoph. *Amsterdam, 24.11.1532, gest. Den Haag, 21.2. 1677, stammte aus einer von Portugal nach Holland eingewanderten Judenfamilie; S. erhielt in Amsterdam die bibl.-talmud. Augildung der jüd. Gemeinde, betrieb daneben aber schon früh das Studium der Scholastik, der alten Sprachen, der zeitgenöss. Naturwiss. u. Mathematik sowie der philos. Schriften R. DESCARTES. ... Sein philos. Hauptwerk >Ethica, ordine geometrice demonstrata< erschien postum. S. entwickelte darin in einem deduktiven Verfahren aus Definitionen, Grundsätzen, Lehrsätzen, Beweisen und Erläuterungen die Konsequenz seines pantheist. Substanzmonismus. ... Danach ist Gott die einzige, unteilbare, unendl. Substanz; ihr kommen unendlich viele Attribute zu, von denen aber nur Denken und Ausdehnung erkennbar sind. Gott und die Natur sind ein und dasselbe, da alles, was ist, aus der einen Substanz notwwendig folgt. ... Als Ursache seiner selbst ist Gott zugleich die >innebleibende< Ursache aller Dinge. Ein jenseitiger Gott lässt sich daher ebenso wenig denken wie ein der absolution Substanz nicht integriertes Ding. Da sich alles nach kausal-mechanisch ablaufenden Gesetzen in der einen Substanz vollzieht, ist auch die aristotel. Lehre von den Zweckursachen für S. hinfällig. ... Der Einfluss S's wurde u.a. in Dtl. wirksam. G.W. LEIBNIZ setzte sich schon in den >Essais de theodicee...< mit S. auseinander. Im 18. Jh. vermittelte G.E. LESSING Gedanken S's. ... In seiner Frühphase stand auch GOETHE stark unter dem Einfluss von S. Der junge J.G. FICHTE, J.G. HERDER, F. SCHLEIERMACHER übernahmen spinozist. Gedankengut." (Quelle: Brockhaus, 1996).

"Hobbes, Thomas, engl. Philosoph. *Westport 5.4.1588, gest. Hardwick, Hall 4.12. 1679; studierte in Oxford, war dann Hauslehrer in der Familie der Grafen von Devonshire, bereiste Frankreich und Italien (Bekanntschaft mit M. MERSENNE, P. GASSENDI, R. DESCARTES und G. GALILEI). ... H. floh vor Ausbruch der Revolution 1640 nach Paris, wo er den spterem Lönig Karl II. unterrichtete. Unter O. CROMWELL kehrte er 1651 nach England zurck, was ihn nach der Restauration heftigen Angriffen der royalist. Partei aussetzte. Seine polit. Anschauungen und seine Philosophie waren geprägt von den Bürger- und Revolutionskriegen in England und Frankreich sowie dem Anliegen, einen ausgleichenden Einfluss auf die polit. Entwicklung zu nehmen.   Die Bedeutung von H's Philosophie besteht in der Übertragung der mechanistisch-naturwiss. Methode auf die Staats- und Gesellschaftslehre. Er bestimmte das Wesen des Menschen nicht von dem Vermögen der Vernunft her, auch stellt sich der Mensch nicht als zu einer Gemeinschaft strebend (ARISTOTELES) dar. H's Ansichten fussen auf den Theorien vom Naturzustand und vom Staatsvertrag. Im Naturzustand werden die Menschen durch den in der menschl. Natur gegründeten Trieb zur Selbsterhaltung und damit vebunden durch ein unersättl. Machtstreben bestimmt (>homo homini lupus< ... Die unausweichliche Folge dessen wre der Krieg aller gegen alle, wenn sie nicht alle ihre Macht durch einen uneingeschränkten Verzucht auf das natürl. Recht auf den >Souverän< übertrügen. Erst durch die so vollzogene Begründung des Staates (Staatsvertrag) kann die Willkür der nicht durch NOrmen gebundenen Einzelnen durch die rechtsetzende Gewalt überwunden und der Friede ... gesichert werden." (Quelle: Brockhaus, 1996).

Locke, John, engl. Philosoph. *Wrington, (Cty. Somerset) 29.8. 1632, gest. Oates (City, Essex) 28.10. 1704. ... Wurde 1652 Stipendiat des Christ Church College in Oxford. Er studierte hier die scholast. Philosophie, später Medizin und lehrte als Dozent. Durch R. BOYLE und T. SYDENHAM angeregt, beschäftigte sich L. mit der neuen experimentellen Naturwissenschaft, stand stets in Kontakt mit führenden Gelehrtenkreisen, beleidete Ämter in Politik und Verwaltung und bettigte sich als Artzt. Seit 1667 Sekr. und Arzt im Dienst des späteren Lordkanzlers EARL OF SHAFTESBURY, der in zahlr. polit. Intrigen verwickelt war, befand sich 1675 - 79 in Frankreich, 1683 - 89 in Holland in polit. Emigration, bis er mit dem Reg.-Antritt WILHELMS VON ORANIEN nach England zurückkehren konnte.  L. gilt als Begründer des Empirismus und der Erkenntniskritik der Aufklärung und hatte bes. mit seinem erkenntnistheoret. Hauptwerk und seinen polit. Schriften Einfluss auf die Philosophie des 17. - 18. JH. (D HUME, VOLTAIRE, J. J. ROUSSEAU, I. KANT).

Leibniz, Gottfried Wilhelm, Mathematiker und Philosoph, * Leipzig 1.7. 1646, gest. Hannover 14.11.1716; Sohn eines Rechtsanwaltes und Prof; 1661 besuchte L. die Univ. in Leipzig, 1663 wechselte er nach Jena. Vier Jahre später erfolgte die jurist. Promotion. Dienste als jruist. und diplomat. Berater. 1670 wurte er zum Rat am kurfürstl. Revisionsgericht ernannt. 1672 - 76 hielt sich L. in Paris auf. In dieser Zeit lernte er die zeitgen. Mathematik und Naturwiss.kennen. Mehrere Reisen führten L. nach London, wo er mit R. OYLE, B. HOOKE und J. COLLINS (der ihm mathemat. Manuskripte von I. NEWTON und J. GREGORY zeigte) zusammentraf. Aufnaheme in die Royal Society, aber nicht in die Academie des sciences zu Paris, trotz seiner Rechenmaschine (1675 erfunden). 1676 trat L. als Bibliothekar und Hofrat in hannoversche Dienste. Auf der Reise an seinen neuen Dienstort suchte er in Holland SPINOZA auf. In Hannover war L. as techn. Berater tätig. 1687 - 90 Italienreise, ab 1691 Bibliothekar in Wolfenbüttel. Neben wiss. Forschungen und histor. Studien, die 1707 in der Herausgabe der Quellensammlung >Scriptores rerum Brunsvicensium< gifpeltn, widmete sich L. u.a. den Reunionsbestrebungen in den christl. Kirchen sowie der Einrichtung wiss. Akademien. 1700 wurde L. auf Lebenszeit Präsident der Societät der Wissenschaften in Berlin. L. hielt sich 1712 - 1714 in Wien auf (1713 Ernennung zum Reichshofrat). Seine letzten Lebensjahre waren überschattet vom Prioritätsstreit mit NEWTON in bezug auf die Infinitesimalrechnung.

Zentralbegriff der Leibniz'schen Welterklärung ist die Monade, eine einfache, nicht ausgedehnte und daher unteilbare Substanz ... Während Gott, die erste Monade, deutl. Wahrnehmungen hat und damit die gesamgt Entwicklung des Universums überschaut, sind die Wahrnehmungen der geschaffenen Monaden grösstenteils unbewusst. Während die >Seelenmonaden< noch über Bewusstsein und Gedächtnis verfügen, können die >nackten Monaden< dagegen als die >wahren Atome<, die unausgedehnten Bausteine der ausgedehnten Materie, betrachtet werden. In ihnen spiegelt sich das Universum nur noch unbewusst, d.h. diese Monaden sind eingebettet in den universalen determinist. Zusammenhang der physikal. Welt. ... L's Gedanken sind in der Form, die er ihnen in der >Theodizee< gegeben hat, zu einem wichtigen Bestandteil der dt. Aufklrung des 18. Jh. geworden. Sein eigentl. philosoph. System dagegen ist damals keineswegs in seiner Tiefe begriffen worden. Beeinflusst hat L. auch die klassische dt. Literatur, so J.G. HERDER, G.E. LESSING und GOETHE. Die philos. Entwicklung des 19. Jh. hat nur wenig Bezug auf L. genommen. Im 20 Jh. hat in Dtl., Grossbritannien und Frankreich eine Wiederbelebung lebinizscher Gedanken eingesetzt." (Quelle: Brockhaus, 1996).

Newton, Sir (seit 1705) Isaac, engl. Mathematiker, Physiker und Astronom.  * Woolsthorpe (bei Grantham) 4.1.1641, gest. Kensington (heute zu London) 31.3. 1727; Sohn eines Landwirts, studierte ab 1661 an der Univ. Cambridge, wo er bahnbrechende theret. Ansätze über die Natur des Lichtes, über die Bravitation und die Planetenbewegung sowie über die mathemat. Probleme, die mit Tangenten-, Flächen- und Schwerpunktberechnungen zusammenhängen, entwickelte.  Er wurde 1669 als Nachfolger seines Lehrers I. BARROW Prof. der Mathematik in Cambridge und 1672 Mitgl. der Royal Society.  1689 entsandte ihn die Univ. Cambridge als ihren Vertreter in das engl. Parlament; 1699 wurde er Vorsteher der kgl. Münze in London.  1703 - 27 auch Präs. der Royal Society.  N's Ruhm als Begründer der klass. theoret. Physik und damit (neben G. GALILEI) der exakten Naturwissenschaften überhaupt geht u.a. auf sein 1687 erschienenes Hauptwerk >Philosophiae naturalis principia mathematica< zurück, in dem er seine drei Axiome der Mechanik formulierte, als dynam. Grundgleichung die nach ihm benannte Bewegungsgleichung aufstellte und mit ihr theoretisch die Bewegung der Körper (u.a. auch den Stoss) behandelte.  Hier formulierte er auch sein bereits 1666 Gravitationsgesetz und zeigte, dass seine Bewegungsgleichung im Falle der Bewegung eines Planeten um die Sonne die keplerschen Gesetze liefert.  ... In der Mathematik befasste sich N. ab 1664 angeregt u.a. durch DESCARTES mit der Entwicklung der Fluxionenrechnung, wie er seine Form der Infinitesimalrechnung nannte.  Eines seiner wichtigsten method. Hilfsmittel war die in der kurz >De analysis< genannten Schrift dargestellte Reihenentwicklung von Funktionen.  ... Mehrmals war N. in heftige Prioritätsstreitigkeiten verwickelt, u.a. mit G.W. LEIBNIZ wegen der Erfindung der Infinitesimalrechnung - heute steht die Unabhängigkeit der leibnizschen Erfindung von N. fest. und mit R. HOOKE wegen seiner opt. Experimente.  N's physikal. Ansichten setzten sich anfangs nur langsam durch, u.a. gegen die Wirbeltheorie von R. DESCARTES.  In Frankreich traten jedoch schon frühr P.L.M. DE PAUPERTUIS und VOLTAIRE für N. ein.  Die von ihm geschaffene Grundlage der Mechanik wurde erst zu Beginn des 20. Jh. durch die einsteinsche Relativitätstheorie modifiziert. (Quelle:  Brockhaus, 1996).

Hume, David, engl. Philosoph, Ökonom und Historiker, *Edinburgh 26.4.1711, gest. ebd. 25.8.1776.  Das Jurastudium, das H. seit 1723 in Edinburgh betrieben hatte, brach er nach drei Jahren ohne Abschluss ab. Während seiner Schulzeit kam Hume mit der newtonschen Phsyik sowie mit den Werken J. LOCKES in Berührung, was ihn für die Zukunft entscheidend prägte.  1734 - 36 lebte er in La Fleche, wo er die frz. Philosophen studierte und den >Treatise of human nature< (1739 - 40) verfasste, der aber (im Unterschied zu den stilistisch glänzenden >Essays moral and political<, 1741) ohne das erhoffte Echo blieb.  H. beschloss daraufhin, eine populäre Fassung zu schreiben.  So enstand >Philosophical essays concerning human understanding< (1748).  In der Folge war H. als Bibliothekar und als Sekretär in versch. Positinen tätig. ...  H. gilt neben J. LOCKE als wichtigster Vertreter des engl. Empirismus.  Sein erkenntnistheoret. Werk stellt den versuch dar, das Zustandekommen von Erkenntnis aus der Erfahrung zu analysieren.  Hierzu unterscheidet H. zw. Wahrnehmungen (impressions) und Vorstellungen (ideas).  Die Vorstellungen sind verglasste, durch Erinnerung oder Einbildung hervorgerufene Abbilder der unmittelbaren Wahrnehmungen.  Allgemeine Ideen entstehen durch Assoziationen.  Dies gilt auch für das Kausalprinzip, das aus der gewohnheitsmässigen Verknüpfung von bestimment Ursachen und bestimmten Wirkungen beruht.  ... Hinsichtlich der Ethik vertrat H. die These, diese sei auf Fühlen und nicht auf Wissen zu begründen. Er kritisierte die Herleitung von eht. Normen aus Fakten.  Mit seiner Auffassung, man erkenne moralisch gute Eigenschaften an ihrer Nützlichkeit wurde H. zu einem Wegbereiter des Utilitarismus.  H. gilt auch als Mitbegründer der klass. Nationalökonomie; im Ggs. zu den Merkantilisten vertrat er die Ansicht, dass wirtschaftspolit. Ziel nicht der Reichtum des Staates, sondern der Reichtum der Bürger sei, der wiederum u.a. auf Arbeit beruhte.  In der Geld- und Zinstheorie vertrat H. quantitätstheoret. Ansätze.  Eine Vergrösserung der Geldmenge führt zur Steigerung des Sozialproduktes und damit zur Erhöhung der Reallöhne."  (Quelle:  Brockhaus, 1996).

Die wichtigsten Denker der Aufklärung


Voltaire


Rousseau


Kant
 "Voltaire, eigtl. Francois-Marie Arouet, frz. Schriftst. * Paris 21.11.1694, gest. ebd. 30.5.1778 ,,, V. ist die vollkommenste Verkörperung der Aufklärung, ihrer kämpfer. Vernunftidee, ihrer Eleganz und ihrer Verbindung von konstruktiven Theorien mit prakt. Interesse an der Förderung menschl. Wohlfahrt.  Mit V. wurde der Schriftst. zu einer öffentl. Macht. ...  Als Philosoph hat V. eine entschiedene Neigung zu den empir. Naurwissenschaften und vertritt eine gemäßigte  mechanist. Weltauffassung.     Den Gottesglauben leitet er aus der Notwendigkeit ab, einen Ursprung der moral. Ordnung zu wissen.  Unerbittlich war V. im Kampf gegen jede Kirche, sofern sie fanat. Unduldsamkeit zeigte.   ... V's schriftstellerische Kunst hat mit ihrem Witz und ihren schlagkräftigen Formulierungen einen beherrschenden Typus der frz. Prosa geschaffen "  (Neuer Brockhaus, Brockhaus, Wiesbaden, 1977)
"Rousseau, Jean-Jacques, französisch-schweizer. Schriftst., Philosoph und Pädagoge. * Genf 28.6.1712, gest. Ermenonville (bei Paris), 2.7. 1778; war zunächst Hauslehrer, Privatsekretär, stand zeitweise den Enzyklopädisten nahe und redigierte die Musikartikel der Großen Enzyklopädie.  In der preisgekrönten Schrift "Discours sur les sciences et les arts" (Abhandlung über die Wissenschaften und die Künste, 1750) beantwortete er die Frage, ob der Fortschritt der Kultur die Menscheit verbessert habe, verneinend und konsktruierte einen glücklichen, naturhaften Urzustand der Menschheit.  Diese Überzeugung, alles Gute komme von der Natur, alles Übel von der Zivilisation, drückte er auf versch. Gebieten aus.  Im "Discours sur l'origine et les fondements de l'inegalite parmi les hommes" (Abhandlung über den Ursprung und die Gründe der Ungleichheit unter den Menschen, 1754) begründete er die Forderung nach Wiederherstellung der 'natürlichen' Rechtsgleichheit aller.  In seinem Briefroman 'Julie ou La Nouvelle Heloise' (Julie oder die neue Heloise, 1761) schilderte R. ein naturhaft-patriachal. Leben in der Schweizer Landschaft.  In 'Du contrat social' (Über den Gesellschaftsvertrag, 1762) entwickelte er seine Staatstheorie und seine Lehre vom Gesellschaftsvergrag.  ...  In seinem Roman 'Emile' (1762) entwickelte er seine Gedanken von einer freien, individuellen und naturgemäßen Erziehung, die sich auch auf das pädagog. Schaffen Pestalizzis auswirkten.  ..."  (Neuer Brockhaus, Brockhaus, Wiesbaden, 1977).
"Kant, Immanuel, Philosoph, *Königsberg 22.4.1724, gest. ebd. 12.2.1804, Sohn eines Sattlers, pietistisch erzogen, war seit 1770 Prof. in Königsberg.  K's Philosophie bedeutet Abschluß und Überwiindung des Aufklärungszeitalters ..., zugleich den Ausgangspunkt für viele neuere philosoph. Richtungen. ...  Seine seit der 'Kritik der reinen Vernunft' (1781) entwickelte Lehre nennt sich kritische Philosophie ('Kritizismus'): entgegen den Ansprüchen des (zur Skepsis führenden) Emprismus und des dogmat. Rationalismus versucht sie, durch eine krit. Prüfung der Verstandeskräfte die Quellen und Grenzen der Erkenntnis zu bestimmen.  Dabei kam K. zu dem Ergebnis, daß alles allgemeingültige Erkennen aghängig sei von im Verstand des Menschen wirksamen Erkenntnisformen: von Verstandesbegriffen (den Kategorien: z.B. Substanz und Kausalität) und von Anschauungsformen (Zeit und Raum).  Diese Formen sind 'transzendental', was bei K. heißt: sie liegen vor der Erfahrung (sin apriorisch) und machen diese erst möglich.  K's Lehre bedeutet eine Eingrenzung der menschl. Erkenntnis, die nach K. niemals das 'Ding an sich', sondern nur die 'Erscheinungen' erfassen kann.  In seiner Sittenlehre ... stellte er ein oberstes und allg. Sittengesetz auf, das die Pflichterfüllung in den Mittelpunkt der sittl. Wertordnung stellt (kategorischer Imperativ).  Die Ideen 'Gott', 'Freiheit' und 'Unsterblichkeit' sind für K. nicht Verstandesbegriffe, sondern letzte Forderungen (Postulate) der Vernunft, die aber nur 'regulative' Bedeutung haben.  Grundlegend wurden auch seine erkenntniskrit. Untersuchungen auf dem Gebiet der Ästhetik; ...  In seinem staatsphilosph. Denken trat er für einen Rechtsstaat im republikan. Sinn, für Weltbürgerrecht und den 'Ewigen Frieden' ein.  Die nachkant. Philosophie versuchte, die Lehren K's zu einem einheitl. System zusammenzufassen oder i.S. des Empirismus zu überwinden" (Neuer Brockhaus, Brockhaus, Wiesbaden, 1977).

Der Einfluss der deutschen Literatur

Goethe

Schiller

Kleist

Hölderlin

Novalis

 Goethe, Johann Wolfgang von, (geadelt 1782), * Frankfurt a.M.28.8.1749, gest. Weimar, 22.3.1832, ... Studium der Rechte (1765 bis 1768) in Leipzig und (1770/71) in Straßburg, dort Begegnung mit J. G. Herder, durch ihn mit der Dichtung Homers, Shakespeares, der Volkspoesie; Erlebnis der »deutschen Baukunst« (Straßburger Münster); Dichtergemeinschaft mit den Stürmern und Drängern. Liebe zu Friederike Brion (Liebesgedichte). Nach Beendigung seiner Studien und kurzem Aufenthalt in Frankfurt (1. Fassung des »Götz von Berlichingen«) ging er 1772 als Praktikant an das Reichskammergericht Wetzlar, dort Bekanntschaft mit Charlotte Buff, dem Urbild der Lotte im Briefroman »Die Leiden des jungen Werthers« (1774), der ihn weltberühmt machte. Im Herbst 1775 folgte er der Einladung des jungen Herzogs Karl August nach Weimar. Unter dem Einfluss Charlotte von Steins Abkehr vom Sturm-und-Drang-Stil (Gedichte »An den Mond«, »Das Göttliche«, »Grenzen der Menschheit«). Auf der italienischen Reise (1786 bis 1788) Hinwendung zur klaren, an der klassischen Antike orientierten Form, Abschluss des Trauerspiels »Egmont« (1788), Versbearbeitung von »Iphigenie auf Tauris« (1787), »Torquato Tasso« (1790). 1788 Liebe zu Christiane Vulpius (1789 Geburt des Sohns Karl August), die er 1806 heiratete. 1791 bis 1817 leitete er das Weimarer Hoftheater. 1792 begleitete er den Herzog bei der »Campagne in Frankreich«, 1793 bei der »Belagerung von Mainz«. Die Jahre 1794 bis 1805 (»Weimarer Klassik«) waren bestimmt durch die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Schiller (»Xenien«, 1796, Balladenjahr 1797, »Briefwechsel«, von Goethe herausgegeben 1828 bis 1829), aus der auch der klassische deutsche Bildungsroman »Wilhelm Meisters Lehrjahre« (1795/96) und das Epos »Hermann und Dorothea« (1797) erwuchsen, auch nahm er den Fauststoff wieder auf, der ihn seit seiner Jugend beschäftigte (»Faust« 1. Teil, gedruckt 1808). Seine Altersdichtung, der Roman »Die Wahlverwandtschaften« (1809), die Gedichtsammlung »West-östlicher Divan« (1819, erweitert 1827), »Aus meinem Leben, Dichtung und Wahrheit« (1. bis 3. Teil 1811 bis 1814, 4. Teil 1833), die »Marienbader Elegie« (1827), spiegelt die Liebeserlebnisse mit Minna Herzlieb 1807/08, Marianne von Willemer 1814/15, Ulrike von Levetzow 1822 wider. Goethes Interesse galt im Alter auch der Naturwissenschaft, die ihn schon früher viel beschäftigt hatte (Gedicht »Die Metamorphose der Pflanzen«, 1799; Abhandlung »Zur Farbenlehre«, 1810). Um die Herausgabe von Goethes Alterswerk bemühte sich seit 1826 J. P. Eckermann (»Gespräche mit Goethe«, 1836 bis 1848). Goethes dichterisches Vermächtnis sind der Roman »Wilhelm Meisters Wanderjahre« (1829) und der 2. Teil des »Faust« (posthum 1832). [Aus: Brockhaus in einem Band, 9. Aufl).
Schiller, Friedrich von, seit 1802), deutscher Dichter, * 1759, † 1805;  besuchte als Sohn des Militärwundarztes Johann Caspar Schiller auf Befehl des Herzogs Karl Eugen von Württemberg 1773 bis 1780 die Militärakademie (Karlsschule), veröffentlichte als Regimentsmedikus in Stuttgart 1781 »Die Räuber« und floh 1782. Danach arbeitete er an »Kabale und Liebe« (1784 aufgeführt) und wurde 1783 als Theaterdichter in Mannheim angestellt. In höchster wirtschaftlicher Not bot ihm C. G. Körner 1785 Hilfe und Unterkunft in Leipzig, dann in Dresden. Dort entstand »Don Carlos« (1787), das letzte seiner Jugendwerke, die dem Sturm und Drang angehören. 1787 übersiedelte Schiller nach Weimar, 1789 nach Jena, wo er durch Goethes Vermittlung eine Professur für Geschichte und Philosophie erhalten hatte. 1790 heiratete er Charlotte von Lengefeld (* 1766, † 1826). Früchte der historischen Studien sind »Die Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande« (1788) und »Die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges« (3 Bände, 1790 bis 1792). 1799 zog Schiller wieder nach Weimar. Im Zeichen des freundschaftlichen Austauschs mit Goethe stehen die reifen Werke der »Weimarer Klassik«: die berühmten Balladen, die »Xenien« (1796), die großen Dramen »Wallenstein« (1800), »Maria Stuart« (1800), »Die Jungfrau von Orléans« (1801), »Die Braut von Messina« (1803), »Wilhelm Tell« (1804). Von langer Krankheit gezeichnet, starb Schiller über der Arbeit am »Demetrius«. Sein Werk, v. a. die Ideendramen, ist beherrscht von einer ethisch begründeten Freiheitsidee, die den Humanitätsgedanken des deutschen Idealismus weiterentwickelt. Die philosophisch-ästhetischen Schriften, in denen er sich mit I. Kant auseinander setzt, sind ein Höhepunkt deutscher Prosa. {Aus: Brockhaus in einem Band, 9. Aufl.)  

"Kleist, Heinrich von, * Frankfurt a.O. 18.10.1777, gest. am Wannsee bei Berlin, 21.11.1811.  ... K. steht seiner Kunst und Lebensproblematik nach außerhalb von Klassik, Romantik und philosph. Idealismus, wenn auch Elemente dieser Richtungen bei ihm erkennbar sind.  Er verkörpert in seinem Werk hinsichtlich der Selbst- und Wirklichkeitserfahrung sowie der Unmittelbarkeit seiner Darstellungskunst bereits einen weit vorausgreifenden, psycholog. Mittel beherrschenden Ralismus, verbindet diesen aber mit dem Anspruch einer ganz aus dem innersten Gefühl heraus lebenden Seele.  So formt er Menschen, die aus Gemütstiefen heraus handeln; er gestaltete ihre traumwadler. Gefühlsgewißheit oder die Verwirrung ihres Gefühls in der begrenzten Wirklichkeit.  Der Dramaktiker K. zeichnet sich durch die Kühnheit seiner Bildersprache und die Unmittelbarkeit der Dialogführung aus.  Als Erzähler tritt er in Novellen und Kurzgeschichten hinter dem mit Sachlichkeit berichteten Geschehen ganz zurück.  K. hat keine Aufführung seiner Dramen erlebt.  ...  Lange verkannt, wurde K. um 1900 als einer der genialsten dt. Dramatiker und Erzähler wiederentdeckt"  (Neuer Brockhaus, Brockhaus, Wiesbaden, 1977).

 "Hölderlin,  Friedrich, deutscher Dichter, * 1770, gest.  1843; 1796 Hauslehrer bei dem Bankier Gontard in Frankfurt am Main, mit dessen Gattin Susette (Diotima seiner Gedichte) ihn tiefe Liebe verband; seit 1802 geisteskrank. Seine Gedichte in antiken Versmaßen und freien Rhythmen feiern in seherischer Ergriffenheit, in den Sinnbildern des alten Griechenland und seiner Götter, die den modernen Menschen verloren gegangene Lebenseinheit mit den göttlichenen Mächten; im Auf und Ab von Hoffnung und Klage suchen sie die Gewissheit einer Erneuerung der Menschheit festzuhalten. Briefroman »Hyperion« (1797 bis 1799); Drama »Der Tod des Empedokles« (1826)" (Aus: Brockhaus in einem Band, 9. Aufl.).  Wir können hier noch anmerken, dass Nietzsche bereits in seiner Gymnasialzeit von Hölderlin begeistert war. 

"Jenaer Romantik, in der 'Encyclopedia Britannica' als die erste Phase der Romantik in der deutschen Literatur bezeichnet, die von etwa 1798 bis 1804 dauerte und von Ludwig Tieck geführt wurde.  Mitglieder der Gruppe waren die Gebrüder August Wilhelm und Friedrich von Schlegel, die in ihrer Zeitschrift Athenäum die Grundlagen für die Romantik legten.  Die erste Pflicht der Kritik sei es, das Recht und die Neigung des Genies, seinem Ruf zu folgen, zu verstehen und zu würdigen.  Friedrich Leopold von Hardenberg (Novalis) erreichte in seiner Lyrik und in seiner fragmentarischen Prosa die höchste dichterische Ausdruckskraft.  Die philosophischen Werke Johann Gottlieb Fichtes und Friedrich von Schellings spiegelten die romantische Doktrine wieder, während der Theologe Friedrich Schleiermacher auf der Notwendigkeit der Individualität des religi6sen Gedankens bestand.  (Aus:  Encyclopedia Britannica, 15. Ausgabe, 1997).    

"Novalis, eigtl. Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, Dichter. *Oberwiederstedt (Kr. Mansfelder Land) 2.5.1772, gest. Weissenfels 25.3.1801; aus pietist. Elternhaus; sein Vater war Gutsbesitzer und Salinendirektor; 1790 - 94 studierte N. Jurisprudenz, Mathematik und Philosophie in Jena, Leipzig und Wittenberg u.a. bei SCHILLER und K.L. REINHOLD, der ihn in die Philosophie J.G. FICHTES einführte; ein freunschaftl. Verhältnis bestant zu SCHILLER, , F. und A.W. VON SCHLEGEL, F.W.J. von SCHELLING und L. TIECK.  Entscheidend beeinflusst wurde N. durch den dt. Idealismus, J.K. LAVATER und J.G. HERDER.  1795 verlobte er sich mit SOPHIE VON KÜHN (*1783, gest. 1797), deren früher Tod N.'s myst. Neigungen verstärkte und fortan eine zentrale Rolle in seinem Schaffen spielte; er studierte intensiv die Werke von F.X. VON BAADER, J. BÖHME und F. HEMSTERHUIS.  1794 besuchte er die Bergakademie in Freiberg; 1798 verlobte sich N. mit JULIE VON CHARPENTIER (*1776, gest. 1811); es kam zu Begegnungen mit GOETHE, JEAN PAUL und HERDER. 17909 wurde N. Salinenassessor und wenig später zum Amtshaputmann ernannt; er war ab August 1800 lungenkrank. - Das liter. Werk des bedeutendsten der Jenaer Frühromantiker entstand innerhalb weniger Jahre.  N. erstrebte eine >progressive Universalpoesie<, eine Einung aller Wissens- und Erkenntnisbereiche und die Fizierung aller Erkenntnisstufen in der Dichtung.  Allein diese war nach N. imstande, die Analogien zw. naturwiss., polit., geschichtl. und religiösen Phänomenen aufzuzeigen und so eine Einheit zu stiften.  ... Der von F.D.E. SCHLEIERMACHER angeregte Essay >Die Christenheit oder Europa< entwirft das Bild eines geeinten christl. Europa, vorgeprägt durch den mittelalterlich-christl. Universalismus. ... Nur der Dichter, dessen Werden im fragmentar. Bildungsroman >Heinrich von Ofterdingen< dargestellt wird, ist fhig, das Universum stufenweise zu erkennen.  Er gewinnt die blaue Blume, für N. Sinnbild der Einheit von Endlichkeit und Unendlichkeit, Traum und Wirklichkeit, die zym Symbol der Romantik schlechthin werden sollte." (Quelle:  Brockhaus, 1996).

Denker, Künstler u. Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts

Hegel

Schopenhauer

Feuerbach

Wagner

Darwin

 "Hegel, Georg Wilhelm Friedrich, deutscher Philosoph, * 1770, gest.  1831; schuf das umfassendste Lehrgebäude des deutschen Idealismus. »Sein« und »Denken« sind nach ihm ein und dasselbe; das »Geistige« ist das Wesen der Welt, die sich aus dem Geist aufbaut in der Stufenfolge: Naturgeschehen, Weltgeschichte, Kunst, Religion und Philosophie (Sich-selbst-Erkennen des Geistes) (Aus: Brockhaus in einem Band, 9. Aufl.).
"Schopenhauer, Arthur, deutscher Philosoph, * 1788, gest.  1860. Er betrachtet als Wesen der Welt einen grund- und ziellosen (blinden) Willen. Dieser »objektiviert« sich in der Erscheinungswelt als Wille zum Leben und zur Fortpflanzung. Auf den höheren Stufen wird er fähig, sich selbst als unvernünftig und vernichtend zu durchschauen und sich dadurch von seinem eigenen Drang zu erlösen. Dies geschieht im Anschauen der Kunstwerke und in der Musik sowie in einem Handeln aus Mitleid, das die Grundlage der Moral bildet. Schopenhauer ist Pessimist; Aufgabe der Philosophie kann es nur sein, den Willen zum Leben zu verneinen (Einfluss des Buddhismus). Schopenhauer wirkte sehr stark auf R. Wagner und F. Nietzsche. Hauptwerk: »Die Welt als Wille und Vorstellung« (1819)" (Aus: Brockhaus in einem Band, 9. Aufl.).
"Feuerbach, Ludwig Andreas, deutscher Philosoph, * 1804, gest.  1872, Sohn von 3); Schüler von Hegel, gelangte zu einem sensualistischen Materialismus, der von großem Einfluss auf Marx und Engels war; entwickelte eine Religionsphilosophie, die die Gottesidee als Produkt menschlicher Vorstellungen und Wünsche deutet. Hauptwerk: »Das Wesen des Christentums« (1841)" (aus: Brockhaus in einem Band, 9. Aufl.).
"Wagner, Richard, deutscher Komponist, * 1813, gest.  1883; war Kapellmeister in Magdeburg, Riga, Dresden, floh nach dem Maiaufstand 1849 nach Zürich. 1864 berief ihn König Ludwig II. nach München, das Wagner bald wieder verließ. 1872 übersiedelte er nach Bayreuth, wo er 1872 den Grundstein zum Bayreuther Festspielhaus legte, das seiner Idee des »Gesamtkunstwerks« dienen sollte. Dieses beruht auf dem Musikdrama, das Wagner in dichterischer und musikalischer Umwandlung der alten Oper schuf. Werke: »Rienzi« (1840), »Der Fliegende Holländer« (1841), »Tannhäuser« (1845), »Lohengrin« (1848), »Tristan und Isolde« (1859), »Die Meistersinger von Nürnberg« (1867), »Der Ring des Nibelungen« (1853 bis 1874; »Rheingold«, »Walküre«, »Siegfried«, »Götterdämmerung«), Bühnenweihfestspiel »Parsifal« (1882). Kulturpolitische Schriften. Wagners Gattin in 2. Ehe war Cosima, die Tochter Franz Liszts, * 1837, gest.  1930. Beider Sohn Siegfried, Komponist, Dirigent, * 1869, gest.  1930, leitete zeitweilig die Bayreuther Festspiele; ebenso dessen Söhne: Wieland (* 1917, gest.  1966) und Wolfgang (* 1919)" (aus: Brockhaus in einem Band, 9. Aufl.).  Zu Wagner siehe auch unsere eigene Zeittafel in unserer Abteilung:  Beethoven und Wagner.

"Darwin, Charles Robert, brit. Naturforscher, *The Mount (bei Shrewsbury) 12.2.1809, gest. Down House (heute zu London-Bromley) 19.4.1882, Begründer der modernen Evolutionstheorie.  Das auf Wunsch seines Vaters 1825 in Edinburgh begonnene Medizinstudium brach D. 1827 ab und studierte dann in Cambridge bis zum Bakkalaureat (1831) Theologie.  Schon während des Theologistudiums an naturwiss., insbesondere geolog. und biolog. Problemen interessiert, verschaffte ihm die Empfehlung des Cambridger Botanikprofessors J.S. HENSLOW einen Platz auf dem Forschungs- und Vermessungsschiff >Beagle<.  Die fünfjährige Reise (1831 - 36) führte über die Kapverd. Inseln an die Ost- und Westküste des südl. Amerika, von dort über die Galapagosinseln und Tahiti nach Neuseeland, schliesslich über Mauritius, Kapstadt und St. Helena nach England zurück.  Vor allem der Aufenthalt auf den Galapagosinseln mit der ihnen eigentüml. Vogelwelt führte ihn nach eigenen Worten >hauptsächlich auf das Studium des Ursprungs der Arten ...< Nach England zurückgekehrt, lebte D. zunächst in Cambridge, ab 1837 in London und ab 1842 auf seinem Landsitz Down House. D's Arbeiten betreffen die Geologie, wo er der von C. LYELL vertretenen Theorie des Aktualismus gegenüber der bis dahin akzeptierten Katastrophentheorie zum Durchbruch verhalt, ferner die Botanik und Insektenkunde, die ihm die Beschreibung einer Fülle bis dahin unbekannter Arten verdanken.  Diese an sich schon bedeutenden Arbeiten werden durch die Gebründung und Entwicklung der modernen Evolutionstheorie in den Schatten gestellt.  Eine erste Fassung seiner Evolutionstheorie trug D. gleichzeitig mit A.R. WALLACE, der ähnl. Gedanken entwickelt hatte, erst 20 Jahre nach ihrer Konzeption der >Linnean Society< vor (1.7. 1858);  In der Biologie wirkten D's Ideen umwälzend und regeten eine Fülle von einschlägigen Untersuchungen an.  Die Evolutionstheorie steht heute wie damals im Mittelpunkt der Biologie.  D's spätere Werke bilden fast durchgängig eine weitere Stützung der Evolutionslehre.  Seine Theorie hat weit über die Biologie hinaus befruchtend gewirkt und auf gestesgeschichtl. Gebiet bis in die Politik hinein starke Wirkungen ausgeübt. (Quelle:  Brockhaus, 1996).


Nach diesem Überblick in bezug auf Denker, Wissenschaftler und Künstler, die diese ganze Epoche, direkt oder indirekt die Zeit Beethovens und Nietzsches, zum Teil aber auch beide direkt beeinflussten, sollten wir uns vielleicht als nächstes der einen Seite der Dynamik unserer Betrachtung zuwenden, nämlich der Frage, ob und in welchem Umfang "unser" Meisterkomponist Beethoven an Literatur und Philosophie interessiert war und wie seine diesbezügliche Entwicklung verlief. Dazu bieten wir Ihnen im Zusatz zum Link auf der Menüleiste auch noch diesen Link und wünschen Ihnen viel Lesevergnügen!

Beethovens Interesse an
Literatur und Philosophie